Arbeitsweise · Individualpsychologie
Individualpsychologie nach Alfred Adler: Verhalten verstehen und neu gestalten
Die Grundlage meiner Arbeit, einfach erklärt: warum jedes Muster einen guten Grund hat und wie sich daraus neue Wege öffnen.
Die Grundlage
Eine Psychologie, die den ganzen Menschen sieht
Die Individualpsychologie blickt auf Ihr Verhalten im Hier und Jetzt und fragt: Woher kommt es, und welcher gute Grund steckt dahinter? Einen solchen Grund gibt es in jedem Fall.
Mich hat diese Sichtweise früh angesprochen, weil sie Menschen mit ihren Fähigkeiten, Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten in den Mittelpunkt stellt. Das erlebe ich in meiner Praxis jeden Tag: Wer versteht, warum er so handelt, kann sich neu entscheiden.
Der Name führt übrigens oft in die Irre. „Individuum“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „das Unteilbare“. Adler sah den Menschen als Einheit aus Denken, Fühlen, Körper und Beziehungen.
Grundgedanken
Vier Gedanken, die meine Arbeit tragen
Alfred Adler hat seine Lehre vor über hundert Jahren entwickelt. Seine Grundgedanken sind bis heute erstaunlich aktuell.
Das Wozu
Adler interessierte vor allem, wozu ein Verhalten dient. Auch ein Muster, das heute belastet, verfolgt ein Ziel, etwa Schutz, Zugehörigkeit oder Sicherheit.
Zugehörigkeit
Jeder Mensch möchte dazugehören und bedeutsam sein. Viele schwierige Verhaltensweisen sind ein entmutigter Versuch, genau das zu erreichen.
Gemeinschaftsgefühl
Adler verstand darunter echte Verbundenheit mit anderen auf Augenhöhe. Sie zeigt sich darin, dass wir kooperieren können, ohne uns selbst aufzugeben.
Ermutigung
Ermutigung stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Sie richtet den Blick auf das, was gelingt, und schenkt den Mut zur Unvollkommenheit.
Die schöpferische Kraft
Unsere Geschichte prägt uns, und wir gestalten sie mit
Adler war überzeugt: Die Vergangenheit liefert das Baumaterial. Was wir daraus bauen, liegt auch bei uns.
Zwei Geschwister wachsen in derselben Familie auf und ziehen ganz verschiedene Schlüsse daraus. Das eine Kind lernt, sich anzupassen, das andere, sich durchzusetzen. Adler nannte diese Fähigkeit die schöpferische Kraft des Menschen.
Für die Begleitung ist das eine gute Nachricht. Verständnis für die eigene Geschichte und Verantwortung für das eigene Handeln gehören zusammen. Diese Balance ist mir in meiner Arbeit besonders wichtig.
Sie sind Ihren Mustern nicht ausgeliefert. Was Sie einmal gelernt haben, dürfen Sie heute neu entscheiden.
Leitgedanke
Entwicklung wird dort möglich, wo Sie sich mit Ihren Schwierigkeiten auseinandersetzen dürfen, ohne sich als Person abwerten zu müssen.
So nutze ich sie
Individualpsychologie in meiner Begleitung
In meiner Praxis wird die Lehre ganz praktisch. Sie zeigt sich in der Haltung, mit der ich Ihnen begegne, und in konkreten Werkzeugen.
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Augenhöhe
Ich begegne Ihnen mit Wertschätzung und echtem Interesse. Auch Unsicherheiten, Ängste und widersprüchliche Gefühle haben hier Platz.
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Das Wozu entdecken
Gemeinsam fragen wir, welchen Sinn ein Muster einmal hatte. So wird aus einem vermeintlichen Fehler eine nachvollziehbare Strategie.
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Lebensstilanalyse
Familiengeschichte, Geschwisterposition und frühe Erinnerungen zeigen, welche inneren Sätze Sie bis heute begleiten.
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Ermutigung im Alltag
Wir richten den Blick auf Ihre Fähigkeiten und üben mutige Schritte. Auch kleine Schritte zählen als Entwicklung.
Meine Ausbildung zur Individualpsychologischen Beraterin ADI® habe ich 2024 abgeschlossen. Mit Ermutigung arbeite ich seit 2013, ausgebildet am Rudolf-Dreikurs-Institut.
Herkunft
Von Wien in die Welt
Die Individualpsychologie hat ihre Wurzeln in Österreich.
- 1912: Der Wiener Arzt Alfred Adler gründet nach dem Bruch mit Sigmund Freud einen eigenen Verein. Ab 1913 heißt er Verein für Individualpsychologie.
- 1920er Jahre: In Wien entstehen zahlreiche Erziehungsberatungsstellen, die auf Adlers Ideen beruhen.
- Ab den 1940er Jahren: Rudolf Dreikurs macht die Lehre in den USA bekannt und entwickelt sie für Beratung und Erziehung weiter.
- Heute: Der Österreichische Verein für Individualpsychologie bildet aus und lädt in der Region Süd regelmäßig zu Treffen in Graz.
Wobei sie hilft
Wobei die Individualpsychologie hilft
Adlers Blick auf Zugehörigkeit und Ermutigung öffnet bei vielen Anliegen neue Wege.
Beziehungsmuster
Wiederkehrende Konflikte werden verständlich, sobald klar wird, welches Ziel sie verfolgen.
Zum ThemaNähe und Bindung
Rückzug und Festhalten zeigen sich als zwei Wege, Zugehörigkeit zu sichern.
Zum ThemaSelbstwert
Ermutigung hilft, den eigenen Wert unabhängig von Leistung zu spüren.
Zum ThemaGrenzen und Nein sagen
Sie erleben, dass Zugehörigkeit auch mit einem klaren Nein bestehen bleibt.
Zum ThemaEinordnung
Was die Individualpsychologie leistet und wo ihre Grenzen liegen
Eine ehrliche Einordnung gehört für mich dazu.
Ihre Stärken
- Ganzheitlicher Blick auf den Menschen
- Fokus auf Ressourcen und Ermutigung
- Wichtige Vorläuferin heutiger kognitiver und systemischer Ansätze
- Bewährt in Beratung, Pädagogik und Coaching
Offen gesagt
Die Individualpsychologie arbeitet verstehend und sehr individuell. Große statistische Vergleichsstudien gibt es dazu wenige. Ihre Stärke zeigt sich in der persönlichen Arbeit an Selbsterkenntnis und Ermutigung.
Meine psychologische Begleitung ist für Menschen gedacht, die ihren Alltag bewältigen. Steckt jemand in einer akuten seelischen Krise, sind Ärztinnen, Ärzte oder psychotherapeutische Einrichtungen die passende erste Hilfe.
Häufige Fragen
Fragen zur Individualpsychologie
Sie möchten mehr wissen? Ich erzähle Ihnen gerne im Erstgespräch, wie ich arbeite.
Ist Individualpsychologie dasselbe wie Psychoanalyse?
Nein. Adler hat sich 1911 von Sigmund Freud getrennt. Freud suchte vor allem nach Ursachen in der Vergangenheit. Adler fragte zusätzlich nach dem Ziel eines Verhaltens heute und betonte die Bedeutung von Beziehungen.
Was bedeutet Gemeinschaftsgefühl?
Gemeint ist das innere Erleben von Zugehörigkeit und Verbundenheit. Es heißt, mit anderen auf Augenhöhe zu kooperieren, ohne sich bedingungslos anzupassen.
Ist ein Minderwertigkeitsgefühl krankhaft?
Nein. Adler sah darin ein Gefühl, das alle Menschen kennen und das uns antreibt zu wachsen. Belastend wird es, wenn es entmutigt. Der Begriff selbst stammt übrigens von Adler.
Ist die Lehre nicht veraltet?
Viele Gedanken Adlers finden sich in heutigen Ansätzen wieder, etwa in der kognitiven Verhaltenstherapie und der Bindungsforschung. Auch die Erkenntnis, dass sich unser Gehirn durch neue Erfahrungen ein Leben lang verändert, passt gut zu seinem Bild vom lernenden Menschen.
Eignet sich der Ansatz bei Problemen in der Partnerschaft?
Ja. In einer Beziehung treffen oft zwei Lebensstile mit unausgesprochenen Erwartungen aufeinander. Ich begleite Sie dabei als Einzelperson, auch ohne Ihr Gegenüber.
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Weiterlesen und vertiefen
Zwei Beiträge aus meinem Wissensbereich und zwei Seiten zu meiner Arbeitsweise.
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